Mittwoch, 16. Dezember 2015

Die Begabte von Trudi Canavaon (Die Magie der tausend Welten 1. Teil)


Ich muss vorweg sagen, mir fiel es verdammt schwer, mich für dieses Buch zu entscheiden, denn... nach "der Gilde der schwarzen Magier" hat mich kein Trudi-Canavan-Werk mehr begeistern können. Schon nach kürzester Zeit gab ich auf, weil ich nur noch genervt und gelangweilt war.
Daher habe ich lange mit mir gerungen und mich schließlich dafür entschieden, Trudi noch eine Chance zu geben.

"Die Begabte" ist der Auftakt einer neuen Fantasy-Trilogie, in der es nicht nur um eine Geschichte, sondern gleich um zwei Haupthandlungsstränge geht.
Das kann zu Beginn etwas irritieren, wenn man z. B. mitten in einer spannenden Stelle ist und wuschhhhh schon ist man GANZ wo anders. 
Ich war erst einmal verdutzt und  habe dann auch nachgesehen, ob das Hörbuch kaputt ist, oder ob es wirklich so ist, dass es einfach ohne Vorwarnung wechselt.
Nach dem man sich aber daran gewöhnt hat, war es nicht nur spannend, sondern auch nagend, weil immer in den besten und wichtigsten Szenen gewechselt wurde.
Dennoch habe ich selbst nach Ende des Hörbuches immer noch keine Ahnung, warum die liebe Trudi beide Geschichten in ein Band gepackt hat und nicht einfach magische Einzelbücher geschaffen hat.

In der ersten Geschichte geht es um Tyen, den jungen Archäologen, der bei einer Ausgrabung ein magisches Buch findet, dass eigentlich früher einmal eine Frau gewesen war. Ein gemeiner Magier hatte sie in ein Buch verwandelt und Tyen entschließt sich Vella wieder ihre menschliche Gestalt zurückzugeben. Dabei geriet er gerade zu Beginn in ein großes Problem, dass sein ruhiges, bisheriges Leben damit auch auf den Kopf stellt.

In der zweiten Geschichte geht es um Rielle, die eigentlich eine einfache Tochter eines Färbers ist.
Ihre besondere Gabe ist es nur, dass sie Ruß sehen kann. Das ist jedoch kein gewöhnlicher Ruß. So wird die Stelle bezeichnet, an der sich keine Magie mehr befindet.
Das hat mich etwas an das "Zeitalter der Fünf" erinnert, denn dort wird Magie auch aus der Umgebung gezogen und zurück bleibt Schwärze. Ihre Gabe bringt sie nur leider in Gefahr und schließlich muss auch Rielle alles hinter sich lassen und sehen, wie sie ihr neues Leben meistert.

Beide Geschichten waren wirklich sehr interessant. Gerade bei Ty mochte ich die Gespräche zwischen ihm und Vella sehr. Aber auch seine Reise und dass er bald erkennt, dass er eine große Reichweite hat, was das Einziehen und Verwerten von Magie angeht. Außerdem spricht Vella von anderen Welten und der Leser/Hörer wartet daher nur darauf, dass neue Welten entdeckt werden.

Rielles Geschichte war interessant - auch wenn die Liebesgeschichte eindeutig zu lang. Die hat mich dann ab der Hälfte doch eher gestört, denn ich wollte einfach, dass bei ihr etwas geschieht. Doch dann kam alles irgendwie Schlag auf Schlag und Trudi hat die Magie und die Gedanken der einzelnen Personen wirklich gut beschrieben.

Irgendwie eine Mischung aus "der Gilde" und "dem Zeitalter der Fünf" wie ich zum Schluss meine.
Vielleicht kann Trudi doch nie ganz und gar von ihren früheren Werken weg.
Gerade bei der Gilde kann ich es gut verstehen.

Fazit: 
Nachdem ich von "Sonea", vom "Zeitalter der Fünf" und von "Magie" nicht begeistert war und es eher gähnend hingenommen habe, hat Trudi Canavan mit diesem Roman wieder eine Stufe bei mir erklommen, die mich neugierig auf mehr macht. Ich bin sooo froh, dass ich mich getraut habe und "Die Magie der tausend Welten" eine Chance gegeben habe.
Nun hoffe ich, dass die Reihe mich weiterhin für sich gewinnen kann, denn Teil 2 liegt ebenso als Hörbuch bei mir bereit und wird in den nächsten Tagen begonnen.
Drückt mir die Daumen, dass das magische Gefühl im Bauch anhält!
Aber egal wie es ausgeht, ihr werdet es auf jeden Fall als Erste erfahren :)

eure Nicky von Nickypaulas Bücherwelt

Zur Videorezension bitte hier entlang:

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