Samstag, 12. Dezember 2015

Marked - Eine teuflische Liebe


Marked - Eine teuflische Liebe





Lucky de Salle ist nur vom Namen her ein Glückskind, denn mit ihrer besonderen Gabe Geister zu sehen, hat sie sich zwar arrangiert, diese macht sie jedoch nicht nur seit Kindheit zur Außenseiterin, sondern bringt sie auch immer wieder in gefährliche Situationen.
Ein neuer Auftrag führt sie zurück in ihre alte Schule, wo zwei böse Geistermädchen ihr Unwesen treiben. Doch wie sich schnell herausstellt, sind nicht sie, sondern eine weitaus mächtigere Kreatur für die Unruhe verantwortlich. Und so macht Lucky die unangenehme Bekanntschaft eines Dämons, der ihr eine Nachricht für ihre beste Freundin Kayla mitgibt.
Kayla, ein Geist, ist auch überhaupt nicht erfreut über diesen Besuch, hüllt sich aber vehement in Schweigen über dessen wahre Bedeutung.
Dann suchen auch noch ein undurchsichtiger Geschäftsmann mit einem Dämonen- und ein mysteriöser junger Mann mit einem Geisterproblem bei ihr Hilfe. Von da an gerät Luckys Leben völlig aus den Fugen, denn nichts ist plötzlich so, wie es schien und ein Sog aus Geheimnissen und Verrat bringt sie geradewegs in die Hölle und das nicht nur sprichwörtlich…

Für ihren ersten Roman „Marked“ hat die Autorin die Ich-Erzählperspektive gewählt, was den Leser die Geschichte aus Luckys Sicht miterleben lässt. Und genau hier liegt auch schon der erste Knackpunkt: zwar hat man so sehr gut Zugang zu Luckys Gefühlswelt, die auch hinreichend und gut beschrieben ist, lernt sie schnell kennen, ist damit aber auch praktisch daran gefesselt, auch wenn man den Charakter nicht besonders mag, was in meinem Fall leider zutrifft. Lucky ist zwar durchaus ein interessanter, (zu) gutherziger und zum Teil auch tapferer Charakter, leider hat die Beziehung zur Protagonistin aber durch eine etwas ungeschickte Konstruktion der Autorin gelitten. Zum Einen bekommt man zwar reichlich Beschreibungen des Erscheinungsbildes anderer Charakteren, von Lucky selber aber nur äußerst spärlich, was einem nicht gerade dabei hilft ein klares Bild von ihr zu bekommen. Zum Anderen werden zu viele Andeutungen und kleine Episoden eingebaut, von denen Lucky nicht viel mitbekommt, sodass der Leser im Grunde mehr weiß als die Heldin, auf Grund dessen es irgendwann nur noch nervig ist, wenn sie ständig die Ahnungslose ist.
Zumal die großen Enthüllungen auch ziemlich gut voraus zu ahnen sind und der Überraschungseffekt meist völlig flöten geht, da auch manchmal einfach essentielle Beschreibungen an den richtigen Stellen fehlen, die einem die Veränderungen bildlich vors Auge rufen.
Ein großer Aspekt der Geschichte sind nun mal leider die vielen Geheimnisse, die Lucky und weitere Charaktere umgeben. Natürlich dienen sie dazu, die Personen möglichst interessant und zum Teil auch kontrovers zu gestalten, was auch gar nicht schlecht gemacht ist, nur zieht sich die ganze Geschichte dadurch auch wie Kaugummi, da sie wirklich jeder einzelnen Person jede verdammte Information aus der Nase ziehen muss. Vor allem da diese Informationen lediglich aus Gesprächen resultieren und nach dem durchaus guten und etwas schaurigem Einstieg, die Spannung bis zur Mitte des Buches eigentlich so gut wie nicht existent ist, da bis auf wenige kleine Episoden nichts wirklich passiert.
Nach Aufbruch in die Anderswelt hat man Hoffnung auf etwas mehr Spannung, denn die Welt der Dämonen verspricht eigentlich interessant zu werden. Die Beschreibungen sind gut, man lernt neue Charaktere kennen und Todbringer Jinx bringt auch endlich etwas Schwung in lahme Unterhaltungen.
Hier kommt nun auch die angekündigte Romanze endgültig ins Rollen, denn plötzlich steht Lucky zwischen zwei Männern. Jinx und Jamie entspringen zwar auf dem ersten Blick dem Klischee von Engel versus Teufel, werden aber durchaus vielschichtiger und auch wenn es etwas abgedroschen scheint, hat dieses Motiv im Gesamtkonzept seine Berechtigung.
Die Romanze selber steht zunächst nicht im Vordergrund, was ich nicht negativ fand, zumal man deutlich merkt, dass hier erst die Grundlagen geschaffen wurden.
Besonders lobenswert ist allerdings die Darstellung des dämonischen Hoflebens und der Vergleich zur Menschenwelt.
Der Liebling vieler Herzen ist sicher Drache Pyrites, den man am liebsten gleich zu sich nach Hause holen würde, irgendwann wurde mir seine Verhaltens- und Luckys Behandlungsweise aber zu hundemäßig, was wirklich ein wenig schade ist.

Alles in Allem ist das Grundkonzept der Story und ihrer Welten eigentlich sehr gut erdacht, wenn auch nur zum Teil innovativ, der Schreibstil flüssig und angenehm zu lesen, es fehlen nur leider immer wieder spannungsbringende Handlungen jenseits von Gesprächen. „Marked“ hat zwar nicht unbedingt das gehalten, was Kurbeschreibungen versprachen, dennoch würde ich der Fortsetzung eine Chance geben, denn nachdem nun die meisten Geheimnisse gelüftet sind, dürfte in weiteren Teilen wohl mehr Platz für Handlung sein. Und auch wenn Lucky nicht gerade zu meinen Lieblingscharakteren zählt, dürfte ihre sich anbahnende Entwicklung durchaus nicht uninteressant sein und dem Wiederlesen mit dem ein oder anderen Charakter wäre ich nicht abgeneigt. 

Danke fürs Lesen!
Nicky und Taja von
Nickypaulas Bücherwelt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen