Sonntag, 10. Januar 2016

All die verdammt perfekten Tage ~ Simones Rezension


"All die verdammt perfekten Tage"
von Jennifer Niven"

Selten hat mich ein Roman so sehr bewegt wie dieser und mich Emotionen sämtlicher Farben spüren lassen. Die Geschichte und die Charaktere haben mich vollkommen eingenommen. Ich habe mich mit ihnen gefreut, mich erfüllt gefühlt, habe tiefes Mitgefühl empfunden, mit ihnen getrauert, war mit ihnen unglücklich, melancholisch und träge und war wieder glücklich, wenn Sie es waren.

Die Protagonisten Violet und Finch haben es nicht gerade einfach und so kommt es, dass sie sich auf einem Glockenturm begegnen, beide bereit zum Sprung. Und hier beginnt die wunderbare Reise der beiden Jugendlichen. Der unvorhersehbare, von den anderen als "Freak" bezeichnete Theodore Finch, hegt sehr viele Gedanken über Selbstmord und so ist es umso interessanter, dass gerade er Violet zeigt, wie wunderschön das Leben doch sein kann. Sie hat gerade erst ihre Schwester bei einem Autounfall verloren und ist von da an nicht mehr die Selbe. Der englische Originaltitel "All The Bright Places" passt an dieser Stelle sehr gut, da beide, auf Grund eines Schulprojektes, etliche Orte von Indiana erkunden und dabei viele "unvergessliche perfekte Tage" erleben.

Das Ergreifende an diesem Buch sind eindeutig die Charaktere. Da der Roman immer wieder zwischen der Sicht von Finch und Violet wechselt und von den tiefen Gedanken der beiden Protagonisten lebt, kann man sehr gut mitfühlen und nachvollziehen, wie sie sich fühlen. Violets Beweggründe sind auch sehr gut nachzuvollziehen, bei Finch wird das ganze schon schwerer und oft hat man das Gefühl bei ihm im Dunkeln zu tappen. Man weiß nie, was als nächstes kommt, was er wieder plant oder wie er sich am nächsten Tag definiert. So schlüpft er auch gern in verschiedene Rollen, was das Ganz nur noch spannender macht.

Wie auch im Buch erwähnt ist die Reise der beiden selbst ist schwer zu beschreiben und die Wichtigkeit für Außenstehende kaum zu verstehen, gründet sie doch darauf, wie bezaubernd die Kleinigkeiten und Details im Leben sind. Viel wichtiger als das was sie tun, ist das was die Charaktere in dem Buch denken, fühlen und auch sehr oft nicht aussprechen. So ist dieses Buch eher ein Gefühlserlebnis. Man fühl dieses Buch mehr, als das man es liest, fliegt förmlich über die Seiten und wundert sich dann wie die beiden Jugendlichen, wie viele Tage eigentlich schon vergangen sind.
Wer "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" kennt und liebt, der wird auch diesen Roman verschlingen und lieben. Jeder der auf realistische Geschichten mit tiefer Gefühlsebene und vielen Gedankengängen mag, der ist bei Jennifer Niven genau an der richtigen Stelle und der sollte dieses Buch unbedingt lesen und weiterempfehlen.

Ich bin gespannt was noch aus Nivens Feder kommen wird und freue mich jetzt schon auf weitere Werke von ihr.

Simone von
Nickypaulas Bücherwelt

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